Mittwoch, 27. Januar 2010

Julie & Julia


Julia Child ist hierzulande sicher niemandem ein Begriff. Doch in den Staaten war sie die bekannteste (Fernseh)Köchin des Landes.
Julie Powell wurde durch ihren Blog The Julie/Julia Experiment ebenfalls sehr erfolgreich und war durch diesen Blog in der Lage einen Vertrag mit einem Verlag zu ergattern und verfasste daraufhin das Buch Julie & Julia. Die Verfilmung nun nimmt sich die Freiheit aus Powells Buch nicht nur ihre Erfolgsgeschichte zu erzählen, sondern auch die von Child, 50 Jahre versetzt. Was ungewöhnlich klingt funktioniert als Film erstaunlich gut obwohl sich die Hauptcharaktere niemals über den Weg laufen. Nora Ephron inszenierte beide Geschichten mit viel Wärme und Charme.
Meryl Streep als Julia Child ist wie gewohnt zwar sehr souverän, allerdings nervt ihre Julia Child auf Dauer etwas. Ob das nun an Meryl Streep liegt oder einfach daran, dass die orginal Julia halt eben diese nervige Art hatte ist für mich schwer nachvollziehbar, da wir eben hierzulande von Julia Child keine Ahnung haben.
Amy Adams dagegen spielt ihre Julie so dermaßen süß, ich hätte lieber nur ihre Geschichte gesehen. Es scheint so, als ob sich Adams auf diese süßen Charaktere spezialisiert und ist wohl drauf und dran die neue Meg Ryan zu werden. Ich für meinen Teil war begeistert und hätte sie sofort geheiratet...
Schweife ich ab? Nun ja, Adams ist eben zauberhaft. Ebenfalls positiv zu erwähnen wäre Stanley Tucci, der als Julia Childs liebevollen Ehemann auch sehr überzeugend spielt.
Vielen wird Julie & Julia zu seicht sein, oder einfach wegen fehlendem Interesse links liegen lassen. Alle anderen erwartet eine sympathische und herzerwärmende Komödie über 2 unterschiedliche Frauen die wie der Bock zum Gärtne zu ihrem Erfolg kamen.

Wenn Liebe So Einfach Wäre


Nancy Meyers steht einfach darauf, Hollywoods Bad-Boy-Altstarriege für ihre durch und durch witzigen Beziehungskomödien zu casten. Zuletzt geschehen bei Was Das Herz Begehrt mit einem fantastischen Jack Nicholson und einer unerschrockenen Diane Keaton. Diesmal schickt sie Alec Baldwin ins Rennen um die Gunst seine Ex-Frau Meryl Streep (wie immer sehr souverän) zurückzugewinnen.
Damit das nicht so einfach wird stolpert hin und wieder auch Steve Martin durchs Bild, der zwar sympathisch wie immer spielt, aber dessen Rolle hier selten ins Gewicht fällt. Leider muss man sagen, aus dieser Dreiecksgeschichte hätte man mehr rausholen können.
Nichtdestotrotz macht diese seichte Beziehungskomödie Spaß, und das fast nur allein wegen Alec Baldwin. Der hatte offensichtlich solch einen Spaß bei diesem Film, so dass er alle anderen an die Wand spielt. Allein ihm zuzusehen macht diesen Film zu einem Genuss für Cineasten, die seine alten Werke kennen und mit Bestürzung seinen Fall Anfang der Neunziger beobachten mussten. Mit 30 Rock rettete er seine Karriere und mit Wenn Liebe So Einfach Wäre hievt er sich zurück ins Feature-Film Business. Bleibt zu hoffen, dass es so weitergeht für ihn.

Dienstag, 26. Januar 2010

Wolkig Mit Aussicht Auf Fleischbällchen


Man könnte meinen, dass es nicht schon genug Animationsfilme in der letzten Zeit gegeben hat. Monat für Monat kommt mindestens ein neuer hinzu... und selten sind sie schlecht. Das muss man mal sagen.
Okay, die Ideen werden immer verrückter und haben bei Wolkig Mit Aussicht Auf Fleischbällchen ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. So viele verrückte, absurde Ideen auf einen Schlag, das ist selten. Und amüsant. Sehr sogar. Mehr kann ich dazu auch gar nicht schreiben.
Wer auf Animationsfilme steht, auf absurde Ideen und total überdrehten Slapstick-Humor, dem wird Wolkig Mit Aussicht Auf Fleischbällchen einen Höllenspaß bereiten. Alle anderen werden bei der Abgedrehtheit sicher mit der Stirn runzeln. Die lieben Kleinen wird es auf alle Fälle begeistern...


Mittwoch, 20. Januar 2010

Cabin Fever 2: Spring Fever


Eli Roth landete vor knapp 7 Jahren mit Cabin Fever einen Überraschungshit, der ihm nicht nur Tür und Tor in Hollywood öffnete, sondern brachte ihm auch noch eine enge Freundschaft mit Quentin Tarantino ein, der dann ja auch Hostel für ihn produzierte und auch als Gastregisseur bei Inglourious Basterds den Film im Film Stolz Der Nation drehen ließ. Von einer großen Nebenrolle darin mal abgesehen.
Cabin Fever bestach in erster Linie mit einem widerlichen Sinn für Humor und leicht satirischen Hieben. Er war noch nicht ganz so explizit wie Hostel, aber die Marschrichtung gab er schon mal vor.
Wie auch immer, man beschloss einen zweiten Teil zu drehen und machte schon direkt von Anfang an einen riesigen Fehler: man schloss die Möglichkeit aus, Eli Roth an dem Projekt zu beteiligen. Was bei der Fortsetzung nun raus kam hat keinen schlechten Ansatz, spielt er doch ein paar Tage nach dem ersten Teil und setzt die Handlung konsequent fort. Allerdings mit dem Vorsatz alles noch etwas blutiger und witziger zu machen.
Das Endergebnis ist ein in seiner Widerlichkeit kaum zu übertreffender Film, der die Grenzen des guten Geschmacks nicht nur übertritt, sondern noch mit Eiter draufkotzt. Bäh, blutende Geschlechtsteile, eiternde Geschlechtsteile, Sperma, massenweise ausgekotztes Blut, ausgepisstes (und dann getrunkenes) Blut, Froschinnereien usw. usw. Selbst für Menschen mit nicht so sensiblen Mägen wird das ganze nur schwer erträglich sein.
Hinzu kommt eine Kameraführung bei der man sich fragt, ob der Kameramann vor dem Dreh an Benzin geschnuppert hat.
Für Hardcore-Gore-Fans ist der Film sicher einen Blick wert, der Rest sieht sich besser den Glücksbärchi-Film an.

Mein Fast Perfekter Valentinstag


My Big Fat Greek Wedding war ein großer Hit und machte Nia Vardalos über Nacht zu einem Star. Trotzdem wurde es sehr ruhig um die attraktive Griechin bis sie sich letztes Jahr mit My Big Fat Greek Summer (das ist der unsäglich dämliche deutsche Titel) zurückmeldete. Es war eine ruhige, aber eine verdammt sympathische Komödie mit gut aufgelegten Darstellern.
Nun versucht die Gute ihr Glück mal selbst, in dem sie das Script zu ihrem neuen Film selbst schrieb, das Ganze mitproduzierte und auch noch Regie führte. Damit das nicht in die Hose geht, holte sie sich noch ihren Co-Star John Corbett aus My Big Fat Greek Wedding und fertig ist der Hit. Aber da hat sie wohl falsch gedacht. Im Kino kaum wahrgenommen erscheint er hierzulande nur auf DVD. Zu Recht.
Ich habe schon lange nicht mehr einen solch schleimig, triefigen Romantik-Mist gesehen. Ständig werden hohle Phrasen über die Liebe gedrescht, so dass man schon nach zehn Minuten das Gefühl hat, dass wenn man sich nicht sofort verliebt, man in die Hölle kommt. Versteht mich nicht falsch, ich mag Romantic-Comedys wenn sie witzig sind, so wie Der Womanizer oder Lieber Verliebt. Sonderlich originell sind ja die Meisten nicht, aber dieser hier dümpelt in einer derartigen Belanglosigkeit vor sich hin, dass man schon direkt nach einer Szene sie wieder vergessen hat. Da nützt auch Nia Vardalos´ süßes Auftreten nix.
Nach Genuss dieses Streifens hatte ich das Bedürfnis auf ewig Single zu bleiben. Das muss eine romantische Komödie erstmal schaffen.

Arthur Und Die Minimoys 2


Da sind sie wieder, die Minimoys. Luc Besson macht es also war und bastelte aus seinen Minimoys eine Trilogie. Der erste Teil war sehr erfolgreich und er war auch recht originell. Von der deutschen Synchronfassung einmal abgesehen, war es ein gelungener Film, der nicht nur Kindern Spaß machen konnte.
Da man in Deutschland die Aussage "Never change a winning team" auch sehr ernst nimmt, verpflichtete man wieder Bill Kaulitz als Stimme für Arthur. Da die Prinzessin in diesem Film eigentlich nur einen Satz spricht, sparte man sich das Geld für Nena wohl. Wobei sie ja noch das kleinere Übel war.
Aber zurück zum Film. Was den ersten Teil auszeichnete versuchte man auch hier wieder hinzubekommen, das klappt aber leider nicht so wirklich, da es einfach nichts Neues zu bestaunen gibt. Dass dieser Teil quasi nur das Zwischenstück zur Trilogie ist, merkt man deutlich und so kommt das Ganze nicht richtig in Gang, zudem sind die Animationen auch nicht sehr zeitgemäß. Nichtsdestotrotz ist es kein schlechter Film, nur eben kein wirklich origineller. Bleibt nur zu hoffen, dass der dritte Teil wieder besser wird, das Ende des zweiten Teils lässt es zumindest vielversprechend aussehen, da Besson sonst seine Minimoys mit Unzulänglichkeit befleckt, was sehr schade wäre, denn witzig sind sie ja.

Das Kabinett Des Doktor Parnassus


Terry Gilliams neuester Film ist auch zugleich Heath Ledgers letzter. Gab der bei The Dark Knight schon sein Meisterstück ab, ließ er es hier ruhiger angehen.
Gilliam konnte hier mal wieder alles rauslassen, was er mit seinen letzten Arbeiten nicht konnte. Brothers Grimm war zwar witzig und hatte mit Matt Damon und auch schon Heath Ledger zwei gut aufgelegte Topstars, doch waren die Effekte sehr, sehr schlecht für einen Film dieser Größe. Tideland wiederum zeigte Jeff Bridges in seiner, sagen wir mal, ruhigsten Rolle. Und obwohl Tideland sehr seltsam war, so war er doch interessant.
Seltsam ist auch Das Kabinett Des Dr. Parnassus. Die Idee der Handlung ist zwar sehr originell aber eben auch sehr undurchsichtig. Dadurch plätschert der Film über die erste Hälfte irgendwie nur so dahin ohne wirklich groß aufzufallen. Erst gegen Ende hin wird er spannender. Denn erst dort erkennt man auf einmal wieder den Regisseur der uns Meisterwerke wie Brazil, König Der Fischer und 12 Monkeys brachte. Sogar den ein oder anderen Monty-Python-Moment lässt er durchscheinen, was mich als großen Python Fan sehr freute.
Das Kabinett Des Doktor Parnassus ist Fantasy par excellence mit einigen Schwächen. Da Heath Ledger vor Abschluss der Dreharbeiten leider unerwartet verstarb, musste Gilliam dass Drehbuch umschreiben und die noch nicht gedrehten Szenen anders fertigstellen. Meiner Meinung nach gelang das sehr gut, da es im Nachhinein sehr gut zu dem von Ledger gespielten Charakter passt, dass er im Kabinett von anderen gespielt wurde. Außerdem kommt man so mal in den Genuss Johnny Depp, Jude Law, Colin Farrell und Heath Ledger in einem Film zu sehen.
Die Effekte sind für eine Fantasiewelt sehr gut gelungen und nehmen einen richtig mit. Schade, dass man hierfür die neue 3D-Technik nicht schon genutzt hat, es hätte sich angeboten.
Als Vermächtnis von Heath Ledger ist der Film akzeptabel, ein Meisterwerk ist es leider nicht geworden, trotz der starken visuellen Welt.