Donnerstag, 11. März 2010

Michael Jackson´s This Is It


Michael Jacksons Vermächtnis an seine Fans. Es ist eigentlich unmöglich etwas über Michael Jackson und eines seiner Werke zu schreiben ohne außer Acht zu lassen, dass er nach seinem Tode beinahe mehr Alben und DVDs verkauft hat als vorher. Dies hinterlässt natürlich einen faden Beigeschmack, denn vor seinem Ableben wurde er eigentlich durchgehend und von den meisten, die ihn jetzt als Legende bezeichnen, als Witzfigur tituliert. Von den Anschuldigungen über ihn in gewissen Strafsachen einmal abgesehen. Nun, wie auch immer, Michael Jackson war für meine Generation und für die davor natürlich auch, ein Bestandteil der Kindheit und der Jugend, denn es gab keinen größeren Star, so kommt es dann auch, dass Songs wie Beat It und Thriller ständig zu hören waren und mich sofort an bestimmte Situationen meiner Kindheit erinnern, deshalb kann und werde ich über die musikalischen Qualitäten von Michael Jacksons Werken kein Wort verlieren. Über Geschmack lässt sich bekanntlich eh nicht streiten, so bleibt die Frage zurück: Ist denn This Is It nun ein guter Film?
Als Jackson-Fan ist er das wohl ohne Frage. Der Rest muss selbst entscheiden. Ich für meinen Teil fand ihn gut und mitreißend und wenn ich sehe, was für ein bombastisches Konzert das geworden wäre, finde ich es bedauerlich, dass es so niemals stattgefunden hat. Jackson steckte viel Zeit, Mühe und Herzblut in die Realisierung der Tour und dass er nur ein paar Tage davor verschied ist einfach tragisch. Gut, dass man für sein privates Archiv alles filmte, so bekommt man einen guten Eindruck davon, wie es wohl ausgesehen hätte, alles tatsächlich live zu sehen.
Ich für meinen Teil hatte Spaß an dem Materiall und fand beeindruckend wie gut Michael sich mit 50 noch bewegen konnte.
Ein anderer Aspekt, den ich wirklich gut fand, waren die Tänzer und natürlich die Tänze. Für alle die sich diese bekloppten Tanzfilme wie Fame oder Step Up reinziehen, bei denen die Handlung eh nur Alibi ist, denen empfehle This Is It aufs Wärmste, denn hier wird man nicht mit Intelligenz gelangweilt sondern sieht nur gute Performances.
This Is It ist der beste Konzertfilm seit Jahren, soviel steht fest...

Montag, 8. März 2010

Auftrag Rache


Mel Gibson is back. Nach seiner letzten Hauptrolle in Wir Waren Helden dauerte es fast 8 Jahre bis Herr Gibson sich entschloss einmal mehr die Hauptrolle in einem Film zu spielen. Nun ist die lange Wartezeit vorbei und er kann in Martin Campbells neuem Film das machen, was er am besten kann. Bösen Buben mächtig den Arsch versohlen. Das läuft hier zwar etwas subtiler ab als in Lethal Weapon oder Payback - Zahltag, aber im Prinzip tut er halt doch genau das. Verpackt ist das alles in einer guten Verschwörungsstory über böse Konzerne, die an dem Mord seiner Tochter verantwortlich sind.
Martin Campbell setzte das alles sehr klassisch um, d. h. es gibt keine schnellen Schnitte und auch keine schräge Kamerafahrten sondern eben klassische Thriller-Kost. Die funktioniert erstaunlich gut, was vor allem an den großartigen Schauspielern liegt, die hier wirklich ihr Bestes geben, allen voran Mel Gibson, dem die Story wohl wirklich am Herzen lag.
Das einzig Negative was ich erkennen konnte war, dass es hin und wieder ziemliche Längen gab und ich im Allgemeinen den Eindruck hatte, dass man das Finale auch schneller hätte erreichen können. Doch die Längen schmälern das Vergnügen keinesfalls, Mel Gibson endlich wieder in Aktion zu sehen.
Auftrag Rache ist ein wirklich spannender Thriller mit einem Mel Gibson in Hochform.

Percy Jackson - Diebe Im Olymp


2 Sachen sind mir bitter aufgestoßen nach Genuss des neuesten Chris Columbus Streifens. Zum Einen sind die Parallelen zu Harry Potter dermaßen enorm, so dass ich zwischendrin irgendwie auf ein Quidditch-Match hoffte und für den 2. Punkt muss ich etwas ausholen.
Es geht um die griechische Mythologie. Die an sich ist spannend und interessant genug und reicht vermutlich alleine schon für hunderte von Blockbuster-Filmen. Mein Problem mit Percy Jackson besteht darin, dass ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass "griechische" Götter in die USA auswandern um von nun an dort die Welt zu beherrschen. Was würde Zeus dazu antreiben den Olymp über dem Empire State Building zu errichten? Dass der Eingang zur Unterwelt in Hollywood ist, ist ja noch nachvollziehbar. Egal ob Medusa oder sonst irgendwelche griechischen Mythologiewesen, alle sind in die Staaten ausgewandert. Warum? So bleibt dieser fahle Nachgeschmack, dass alle Halbgötter Amis sind, da sich Götter ja nur die stärksten und geilsten Menschen zur Paarung aussuchen. Dies macht es einem Europäer nicht leicht direkt hysterisch lachend aus dem Kino zu rennen. Was die Griechen von diesem Film halten möchte ich lieber gar nicht erst wissen.
Aber gut, um doch noch zu einem objektiven Ergebnis zu kommen muss ich diese Punkte wohl erstmal ausblenden. Was bleibt dann übrig?
Gut funktionierendes, effektgeladenes, bombastisches, etwas vorhersehbares und leicht verdauliches Popcorn-Kino, welches trotz aller Schwächen gut zu unterhalten weiß. Nicht mehr und nicht weniger.
Der Cast ist bis in die Nebenrollen durchaus gut besetzt. Es fällt zwar keiner davon irgendwie auf, doch muss das ja nichts schlechtes sein. Egal ob Pierce Brosnan, Uma Thurman, Catherine Keener oder Sean Bean, alle machen ihren Job gut.
Warum Chris Columbus nach einigen unbedeutenden Filmen gerade Percy Jackson verfilmt, dessen Parallelen zu seinen ersten beiden Harry Potter Beiträgen so groß ist, dass wird wohl sein Geheimnis bleiben. Ich vermute dahinter einfach mal Geldgeilheit, denn es war abzusehen, dass Percy Jackson ein Erfolg wird. So wird es auch mit Sicherheit bald eine Fortsetzung geben. Da man über die Qualität des Films nichts negatives sagen kann und die Effekte ja auch wirklich gut sind, dürfen wir wohl gespannt sein welche griechischen Mythologien noch in die U S and A ausgewandert sind.

Legion


Ich hatte schon immer einen Hang zu biblischen Stoffen. Egal ob Constantine oder God´s Army, Das 7. Zeichen oder Das Omen. Wenn es thematisch um so etwas geht, dann kann man mich schnell begeistern. Als ich nun den Trailer zu Legion sah, da pochte es laut, das biblische Filmstoff-Herz. Und ich wurde auch nicht enttäuscht. Zumindest was die visuelle Umsetzung angeht. Die Engel sehen einfach fantastisch aus, auch die restlichen Effekte sind astrein umgesetzt worden. Doch leider hat der Film einen Schwachpunkt und der ist nunmal leider nicht wegretuschierbar: die Story.
Das Drehbuch hat Lücken so groß wie der Grand Canyon und tut sich vor allem bei der Vorgeschichte zu diesem Krieg sehr schwer sich zu erklären. Die Informationen sind einfach zu spärlich, so muss man sich leider vergebens fragen, warum man nun gerade dieses Baby beschützen muss. Das wird nie aufgeklärt, so dass man sich den ganzen Film über Fragen muss, wieso sich alle Protagonisten diesen Stress antun. Auch ist die Motivation des Erzengel Michael nicht wirklich klar und warum der Herr Gabriel am Ende bestraft und Michael zurückkehren darf, das kann man wohl nur mit Gottes Unergründlichkeit erklären.
Auch sind die Schauspieler teilweise recht lustlos zugange. Vor allem Dennis Quaid, der sich wohl zu Recht während der Dreharbeiten fragte, was für einen Sinn seine Rolle hat, ist er doch neben Paul Bettany der einzig wirklich namhafte Schauspieler in dem Streifen.
Bettany wiederum selbst, den meisten sicher noch aus The Da Vinci Code - Sakrileg ein Begriff, spielt so emotionslos wie es einem Engel gebürt.
Ist Legion also ein schlechter Film? Nein, ist er nicht. Er unterhält trotz allem recht ordentlich und die Effekte sind, wie gesagt, allererster Güte. Zumindest die Herren der Schöpfung werden ganz sicher einen unterhaltsamen Kinoabend verbringen, mit viel Gewalt und ganz vielen Einzeilern. Denken ist bei Actionfilmen eh total überbewertet worden in letzter Zeit.

Sonntag, 7. März 2010

Männer Die Auf Ziegen Starren


Ich liebe Satiren. Deshalb war ich sehr entzückt als ich den Trailer zu Männer Die Auf Ziegen Starren sah. Als ich dann noch sah wie hochkarätig der Cast ist, da jubelte ich vor Wonne.
Und ich wurde nicht enttäuscht. Lakonisch nimmt man die U.S. Army und ihr Verhalten bei Forschungen auf die Schippe ohne dass es zu albern wird. Dass die Armee über Leichen geht ist ja kein Geheimnis, aber über den gesunden Menschenverstand, und dass in dieser Form, das ist sogar für mich unverständlich. Denn einiges was man in dieser Satire gezeigt bekommt, ist tatsächlich war.
Diese Art von Satire ist genau George Clooney´s Metier, so produzierte er nicht nur, sondern spielt auch ambitioniert mit. Jeff Bridges spielt irgendwie seinen Dude aus The Big Lebowski als wäre es einfach ein anderes Leben und Kevin Spacey als Drecksack ist auch eine Augenweide.
Eine besondere Ewähnung findet bei mir Ewan McGregor, der hier unbedingt auch ein Jedi-Kämpfer sein möchte, so nennen sich die Soldaten der Spezial-Einheit selbst. Für soviel Selbstironie gebührt ihm ein Ehren-Oscar meiner Meinung nach.
Männer Die Auf Ziegen Starren ist ein respektloser Spaß und beleuchtet den Irak-Krieg mal auf eine andere Art und Weise.

Haben Sie Das Von Den Morgans Gehört?


Als ich den Trailer für diesen Streifen sah, da dachte ich noch: "Das könnte ein witziger, unterhaltsamer Film werden." Nicht allein wegen Hugh Grant dachte ich das, der für mich eigentlich immer ein Garant dafür war, dass ein Film zumindest dialogtechnisch witzig wird.
Nun, das war diesmal leider ein Irrtum. Die Geschichte ist so hanebüchen wie ein Lord im Ghetto. Die Gangster benehmen sich wie Amateure und scheinen auch noch dumm wie Brot zu sein. Die Morgans sind so weltfremd wie Kaspar Hauser und zu guter letzt sind die Dörfler so klischeemäßig dargestellt, dass es schon nicht mehr witzig ist. Hinzu kommt, dass Hugh Grant und Sarah Jessica Parker als Paar einfach nicht harmonieren und dass eben Mrs. Parker eine Version der Carrie aus Sex And The City in Light spielt. Das alleine trieb mir schon die Zornesröte ins Gesicht. Und irgendwie keimte in mir der Verdacht nach Genuss des Streifens auf, dass man auch genau dieses Publikum erreichen wollte. Was es deshalb für ein männliches Publikum uninteressant macht. Man kann mich für diese Aussage nun hassen, aber genau dieses Gefühl hatte ich nunmal.
Wer also seine Freundin glücklich machen möchte, für den sei dieser Film empfohlen. Der Rest schaut sich lieber ´ne Wiederholung von Two And A Half Men an.

Alice Im Wunderland


Tim Burton hat es mal wieder geschafft! Er macht aus einer belanglosen, völlig uninspirierten Geschichte ein unverkennbar visuelles Meisterwerk, das seiner Filmografie gerecht wird. Nachdem er mit Sweeney Todd ja eher ein Musical für Erwachsene fabrizierte wollte er wohl wieder etwas mehr für die lieben Kleinen erschaffen. Mit Walt Disney fand er den richtigen Geldgeber, die ja auch schon für die Finanzierung von Tim Burton`s Nightmare Before Christmas verantwortlich zeichneten und damit auch einen Filmklassiker produzierten. Da man mit Johnny Depp bei Disney in der letzten Zeit ebenfalls mehr als gute Erfahrungen machte, Fluch Der Karibik lässt grüßen, und Burton anscheinend ja nur noch mit ihm arbeitet, war somit eine gute Basis für Tim Burtons Version von Alice Im Wunderland gelegt.
Und was soll man sagen? Alice Im Wunderland spricht schon allein wegen der visuellen Note jedes Alter an und funktioniert als Märchen mit gewaltigen Bildern mehr als fantastisch. Johnny Depp ist einmal mehr superb, Helena Bonham Carter, auch ein Dauergast in Burtons Filmen, wie immer schräg. Neu dazu gesellen sich Crispin Glover, der seinem Image als durchgeknallter Schauspieler mehr als gerecht wird und Anne Hathaway, die als Weiße Königin den Bogen etwas überspannt.
Wie schon erwähnt ist die Geschichte ziemlich flach und ist wohl als Fortsetzung des original Märchens gedacht. Das spielt aber keine Rolle, denn durch die visuelle Komponente wird wohl Alice Im Wunderland trotzdem einer der schönsten Filme des Jahres sein.
Zu erwähnen wäre noch Danny Elfmans Score, der wie immer kongenial Tim Burtons Vision musikalisch umsetzt.
Alice Im Wunderland ist ein wunderschönes Märchen für jung und alt geworden. Sehr empfehlenswert.